Traditionelle Weltmusik
Die Harfe ist eines der frühesten Instrumente der Menschheit. Eine ihrer archaischen Formen, die hebräische Harfe König Davids, existiert heute nur noch in Äthiopien, als "Begenna". Sie gilt als heiliges Instrument, und "ihr Klang verströmt eine besondere Kraft, die die Menschen inne halten lässt", so Alemu Aga, der gegenwärtig wichtigster Begenna-Interpret Äthiopiens, der die meditative Ursprünglichkeit der 10-saitigen Davids Harfe auch auf weltweiten Konzerten präsentiert.
Alèmu Aga gilt als zentrale Figur unter denen, die die Begana-Tradition wieder zum Leben erwecken wollen. Mit sanfter Stimme intoniert er Gebete und Geschichten aus der Bibel, aber auch Liebesgedichte und Volkslieder, begleitet vom eigenartig schnarrenden, dunklen Klang der Begena.
Der Legende nach geht die Begena, die mit acht bis zehn Darmseiten bespannte äthiopische Kastenleier, auf den jüdischen König David zurück. Dieser suchte - erfolgreich! - damit die Schlaflosigkeit seines Schwiegervaters Saul zu lindern. Davids Enkel Menelik schließlich, Sohn von Salomon und der sagenhaften Königin von Saba, soll das Instrument im antiken Abessinien eingeführt haben. Soweit die Fama. Faktum ist, dass die Begena, auch „Davidsharfe“ genannt, seit Langem eng mit den Zeremonien der äthiopisch-orthodoxen Kirche verbunden ist. Nicht zuletzt deshalb war die Begena in den Jahren der kommunistischen Diktatur (1974-1991) aus dem öffentlichen Leben verbannt.

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