Zeitgenössische & traditionelle Weltmusik
Der Pionier des Afro-Electro meldet sich zurück: Was Issa Bagayogo aus Malis Region Wassoulou 1999 mit dem französischen Produzenten Yves Wernert in Bamako begann, findet auf dem mittlerweile dritten Issa-Opus seine Vollendung: Die traditionelle Musik der Savanne geht eine aufregende und höchst tanzbare Vermählung mit House, Dub und Funk ein:
Tassoumakan beleuchtet die verschiedensten Kombinationen des Savannen-Groove: Mal tönt es majestätisch stampfend im rhythmischen Fundament, mal eher funky oder transparent mit einem rockigen Drumkit. Dann wiederum treten die Electronica sphärisch zurück und Issa steht mit seiner Kamalengoni (Buschharfe) ganz im naturbelassenen Brennpunkt. Dazwischen glitzert immer wieder die bluesig getönte Saitenkunst von Mama Sissoko, einem der gefragtesten Sessiongitarristen Schwarzafrikas. Und nicht zu vergessen die reizenden Backgroundsängerinnen: Sie schaffen fröhliche, soulig-samtige oder anheizende vokale Entouragen zu den nasal-rituellen Gesängen Bagayogos. Ein elektrisierender Soundtrack aus Mali für die Tanzflächen auf allen Kontinenten.
Der Weg dahin verlief für Bagayogo allerdings nicht so leicht. Aufgewachsen in einer Bauernfamilie, erlernt er bereits in jungen Jahren das traditionelle Zupfinstrument N'Goni. Doch erst mit Anfang dreißig begibt er sich in den 1990er Jahren in der Hauptstadt Bamako. Der erhoffte Erfolg stellt sich nicht ein. Bagayogo schlägt sich als Busfahrer durch und kommt alsbald unter den Einfluss von Drogen. Zurück in seinem Heimatdorf, schafft er es davon wieder loszukommen.
1997 startet der Sänger einen erneuten Versuch, um in der Hauptstadt Fuß zu fassen. Seine musikalischen Partner sind diesmal der Tontechniker Yves Wernert und Moussa Koné, Exgitarrist von Ali Farka Touré. Wernert kreiert die House-, Dub-, und Trance-Grooves, die fortan Bagayogos sonore Gesänge begleiten. Der neue Sound markiert den Karriere-Durchbruch. In Mali klettert das Album "Sya" in den Charts auf Position 1. Nachdem Bagayogo der neue Held der malischen Jugend ist, wird man auch in Europa auf ihn aufmerksam.

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