Sangoma - Miriam Makeba

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Traditionelle Weltmusik

"Jeder gibt jetzt zu, dass die Apartheid falsch war, und alles was ich tat war den Leuten, die wissen wollten, woher ich komme, zu erzählen, wie wir in Südafrika lebten. Ich erzählte der Welt einfach die Wahrheit. Und wenn meine Wahrheit dann politisch wird, kann ich nichts dagegen tun." Diese Entschlossenheit, machte Miriam Makeba zu einer der wichtigsten Musikerinnen ihres Landes.

Mit ihrem Welthit “Pata Pata” schaffte es sie als erste afrikanische Künstlerin in die US Top Ten, sie spielte mit Pop- und Entertainment-Prominenz wie Hugh Masekela, Harry Belafonte und Paul Simon. Auch in der Politik war sie oft anzutreffen: Ihre Konzerte vor Präsidenten und Königen, ihr Kampf gegen Rassentrennung, ihre Reden vor der UNO und die Gründung von fünf NGOs — all das machte Miriam Makeba zu einer Person des Weltgeschehens.

In vielen Ländern wurden Straßen und Kalendertage nach ihr benannt, sie erhielt eine Vielzahl von Auszeichnungen, sowohl für ihre Musik wie auch für ihr soziales und politisches Engagement. 1990 wurde “Mama Africa” vom soeben befreiten Nelson Mandela gebeten, nach über 30 Jahren im Exil endlich in ihr Südafrika zurückzukehren. Seitdem erlebte Miriam Makeba eine beispiellose Verehrung zuhause und in der ganzen Welt, sie veröffentlichte einige ihrer besten Alben und war stets unermüdlich auf den Musik- und Politbühnen der Welt zu Gast.

"The Voice Of Africa" hieß eine ihrer LPs. Und wenn Miriam Makeba singt, dann scheint ihre gewaltige Stimme direkt aus dem Erdinnersten hervorzubrechen und den ganzen Schmerz der geschundenen Seele Schwarzafrikas in die Welt zu schleudern. Die Apartheid in ihrer Heimat Südafrika ist als System inzwischen überwunden, aber die "Imperatrice de la Chanson Africaine" hat noch eine Menge zu sagen, und nach wie vor tritt sie auf.

Mit ihrem Album "Sangoma" (WEA), was so viel wie "Magierin", "Heilerin" bedeutet, und als Tochter einer Sangoma, setzte sie erneut einen Meilenstein in ihrer Karriere, indem sie traditionelle Gesänge ihrer Heimat einmal nicht mit Elementen von Jazz, Soul und Pop verschmolz wie sonst, sondern sie sozusagen naturrein vortrug. Ein Wagnis, das die WEA wohl einging, ermutigt durch den Erfolg der Mbube-Vokalgruppe Ladysmith Black Mambazo - ebenfalls mit Paul Simon und ebenfalls auf WEA.

Miriam Makeba selbst sagt: "Diese Songs sind wunderschön und ihr Rhythmus hat eine Magie, die auch jene lächeln und sich im Takt wiegen läßt, die sie noch nie zuvor ge- hört haben."

Mystisches, Leid und Freude bringt Miriam Makeba voller Emotion dar. Sehr sparsam dosierte Akkordeon-Klänge in "Kulo Nyaka" stellen schon die auffälligere Form der Instrumentierung dar. Denn ansonsten braucht's außer den Stimmen nur hier und da fragmentarisches Klicken, Trommeln und Rasseln oder ein Xylophon im Hintergrund, um immense Klangfülle zu erzeugen.